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Old Master Paintings – Sept 2018

Hampel Fine Art Auctions - Old Master Paintings - Catalog 3 - September 2018

676 Giulio Carpioni,

676 Giulio Carpioni, 1611 Venedig 1678 Vicenza BACCHANAL Öl auf Leinwand. 250 x 365 cm. Das große Gemälde in für den Maler typischer Weise ausgestaltet. Eine hügelige Landschaft wird bevölkert vom trunkenen Gefolge des Bacchus, welcher rechts im Hintergrund seine Scham wird von seiner Hand und einem lagernden Esel verdeckt einem Liebesspiel fröhnt. Putti sind noch im Spiel des Tamburins begriffen, während sich die bunten Kleider der teils Blumen geschmückten jungen Frauen partiell von den Körpern losgelöst der Trägheit der trunkenen Abendstimmung ergeben. Expertise: Anbei eine Expertise von Claudio Strinati vom 10. Juli 2016, die Echtheit bestätigend. Anmerkung: Weitere Bacchanalien des genannten Künstlers sind uns überliefert. Und so finden wir die Figur des Tamburin spielenden Putto und auch die Figur der sich nach vorn lehnenenden aus einer Schale trinkenden Frau in einem Gemälde in einer Sammlung in Carrara (Fondazione Zeri Nummer 56887). Typisch ist auch das unmotiviert in der Landschaft hängende Tuch, wie es sich bei einem weiteren Baccanal in der Sammlung S.H. Kress, New York (Inv. K1639) wiederfindet. (1160901) (13) Giulio Carpioni, 1611 Venice 1678 Vicenza BACCHANAL Oil on canvas. 250 x 365 cm. Confirmed by Professor Claudio Strinati as a work by Carpioni. Notes: There are further bacchanal depictions by the artist. The motif of the putto playing the tambourine and the motif of a woman leaning forward and drinking out of a bowl can also be found in a painting in a collection in Carrara (Fondazione Zeri, no. 56887). A motiveless cloth hanging in the landscape is also typical and can be seen in another bacchanal painting held at the collection of S.H. Kress, New York (inv. no. K1639). € 30.000 - € 40.000 INFO | BID tions.com 96 For around 4,500 additional detailed images: www.hampel-auctions.com

677 Giovanni Ghisolfi, um 1623 Mailand 1683, zug. Den Ruf eines exzellenten Künstlers erwarb sich Giovanni Ghisolfi zunächst durch seine Fresken in der Basilika Varese. Bald wurde auch sein Talent in Gemälden mit antiken Architekturlandschaften erkannt. ABRAHAM VERABSCHIEDET ISMAEL UND HAGAR Öl auf Leinwand. Altdoubliert. 93 x 131,5 cm. In passendem jedoch jüngerem Rahmen. Das Bildthema war in der Vorbesitzertradition bislang als die Segnung Jakobs angesehen. Vielmehr handelt es sich jedoch um eine Szene aus dem Buch Genesis (16,10-11), wonach der Stammvater Abraham, auf Veranlassung seiner Hauptfrau Sara, die Nebenfrau Hagar und seinen Sohn Ismael in die Wildnis entlässt. Der Augenblick der Trennung ist hier anschaulich wiedergegeben: Im Zentrum vor versatzstückartiger Architektur sitzt Abraham, bärtig, in roten Mantel gehüllt, ein weißes Trauertuch an das Gesicht gelegt, während er seine rechte Hand auf die Schulter des Knaben Ismaels legt, der vor ihm kniet. Links sind zwei Frauengestalten zu sehen, eine davon wohl Hagar, die einen Reisesack schultert. Eine weitere Frau deutet in die Landschaft auf den Weg, den Ismael mit seiner Mutter zu gehen hat. Rechts vier männliche Diener am Hof Abrahams mit Wildbret, Trauben und einem Weinkrug. Das Gemälde zeigt sich in der Stilistik der lombardischen Malerei, wobei die architektonischen Elemente ganz wesentlich auf das Werk von Ghisolfi verweisen, in dem Ruinen-Capriccios eine Hauptrolle spielen. Einflüsse von Pier Francesco Mola (1612-1666) oder Salvator Rosa (1615-1673) sind ebenfalls auszumachen. Der landschaftliche Hintergrund erinnert an das Wirken der Malerfamilie der Bassano. Die Beleuchtung der Figuren und deren Körperauffass ung entspricht auch den weiteren, figürlich angereicherten Werken Ghisolfis, wie etwa seinen Fresken im Palazzo Galli in Piacenza oder im Bildzyklus der Cappella di San Benedetto alla Certosa in Pavia. Literatur: Vgl. Andrea Busiri Vici, Giovanni Ghisolfi (1623 - 1683) - Un pittore milanese di rovine romanae, Rom, 1992, S. 115 - 117, Abb. 17-19. Anmerkung: In Bezug auf die rückwärtige Architektur (Cestius- Pyramide) und die Blattwerkdarstellung der überfangenden Palme sei auf das Gemälde „Christus überreicht die Himmelsschlüssel an den Heiligen Petrus“, Kelvingrove Art Gallery and Museum, Glasgow (Humfrey P., Glasgow Museums. The Italian Paintings, 2012, S. 206-207. (1160902) (13) € 7.000 - € 9.000 INFO | BID All texts can be translated into your own language on our homepage via Google: www.hampel-auctions.com 97

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