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Old Master Paintings – Sept 2018

Hampel Fine Art Auctions - Old Master Paintings - Catalog 3 - September 2018

671 Flämische Schule

671 Flämische Schule des 17./ 18. Jahrhunderts CHRISTUS AM KREUZWEG Öl auf Leinwand. Altdoubliert. 83 x 71 cm. Ungerahmt. Christus vor dunklem Hintergrund, dessen Oberkörper und Arme in ein weißes Gewand gekleidet sind, das von einem Strick an der Hüfte gebunden wird, trägt auf seiner rechten Schulter das schwere Holzkreuz. Auf seinem leicht gesenkten Kopf die Dornenkrone, von dem einige rote Blutstropfen über sein fahles Gesicht fallen, das den Ausdruck eines vor Schmerzen still Leidenden trägt. (1160977) (18) € 3.000 - € 5.000 INFO | BID 672 Deutscher Maler um 1700 DIE HEILIGE FAMILIE MIT ANBETENDEN HIRTEN Öl auf Leinwand. 54,5 x 43 cm. Vor den Resten eines Gebäudes in der linken Bildhälfte Maria und Josef mit dem in weißes Tuch gewickelten, auf Stroh und Steinquadern liegenden Jesuskind. Umgeben von im Bibeltext angegebenem Esel und Ochsen. In der Bildmitte eine kniende Magd in grünem Gewand, die ihre Hände ausbreitet und sich den drei Hirten zu ihrer Rechten zuwendet, deren Aufmerksamkeit auch ganz dem Kind gilt. Das Bild wird belebt rechts durch einen Hund und im Vordergrund durch ein sitzendes Hühnerpaar. Aus dem Himmel fällt von rechts oben diagonal ein Lichtstrahl auf eine Dreiergruppe schwebender Engel, von denen einer ein Spruch band hält, das den Neugeborenen preist „GLO- RIA IN EXELCIS DEO“. Maria und Jesus werden besonders durch einen hellen Lichtschein hervorgehoben, der auch in abgemilderter Form die Magd und die Putti erfasst. Rest. (1160162) (18) € 1.200 - € 2.500 INFO | BID tions.com 92 For around 4,500 additional detailed images: www.hampel-auctions.com

673 Giovanni Paolo Panini, 1691 Piacenza 1765 Rom Es wird vermutet, dass er Schüler des Francesco Galli Bibiena (1659-1739) war, der bereits in seinem, auch grafischen Werk, die Fantastik römischer Stadtlandschaften in theatralischer Weise vortrug, was Panini sicher auch ohne persönliche Begegnung hat übernehmen können. Ab 1711 in Rom, wurde er auch mit Giovanni Antonio Canal (1697-1768) bekannt. Zunächst mit Dekorationsmalerei in Palästen wie der Villa Patrizi oder des Palazzo De Carolis tätig, widmete er sich zunehmend dem Thema des Antikenarchitektur-Capriccios. RÖMISCHES RUINENCAPRICCIO MIT REICHER FIGURENSTAFFAGE Öl auf Leinwand. 107 x141 cm. Monogrammiert. Das großformatige Gemälde fasst in der Architekturdarstellung die wichtigsten formalen Elemente antikrömischer Architektur zusammen, wie Bogen, Säulen, und Tempelarchitektur. Über den Trümmern am Boden liegender Fragmente erhebt sich im Bildzentrum eine imposante Säulengruppe mit ionischen Kapitellen und Architravgesimsen mit Bildreliefs. Diese mittlere Gruppe zieht schräg nach links in die Tiefe und schafft damit perspektivisch eine Raumsituation, in die der Betrachter hineingezogen werden soll. Links setzt sich die Architektur fort durch einen triumphbogenartigen Aufbau mit ebenfalls glatten ionischen Säulen, die einen mit Gestrüpp bewachsenen Bogen tragen. An der linken Bildseite sehen wir eine, auf hohem Sockel stehende, Figurengruppe mit einem herkulischen Pferdeführer. Auch hier ordnet sich die Diagonale als Gegenentsprechung zu den mittleren Säulen, was die Tiefenwirkung nach hinten verstärkt. Neben dieser Hauptansicht bietet das rechte Drittel der Darstellung einen zusätzlichen Durchblick zwischen Säulenstellungen, hin zu einem, über Treppen erhöht stehenden, Tempel. Auf Stufen, Steinblöcken, fantasievoll eingebrachten Brunnenbecken mit herabfließendem Wasser, ist die Figurenstaffage eingefügt. Einige Gestalten in heftigem Gespräch bewegt, andere ruhig lagernd, dazwischen ein schwarz gefleckter weißer Hund. Der Durchblick durch die Bögen bietet einen Ausblick in ideale, im Licht stehende Landschaft bis zum Horizont. Das hochrangige Gemälde steht in der Reihe weiterer Capriccio-Ansichten, deren zeitliche Einordnung erlaubt, das Gemälde um 1730 zu datieren, in eine Zeit als Panini bereits weithin bekannt war und seine Werke auch von wohlhabenden Besuchern Italiens erworben wurden. Wie aus der Literatur hervorgeht, hat Panini etwa die Figur des auf einem Steinblock liegenden Mannes in anderen Gemälden wiederholt, ferner handelt es sich bei dem Pferdeführer der Steingruppe um Castor, einen der beiden Dioskuren, eine antike Plastik, die im 16. Jahrhundert auf dem Kapitolinischen Hügel erst ausgegraben wurde. Das Steinfragment mit dem reliefierten Greifenmotiv hat Panini ebenso in anderem Zusammenhang wiederholt und basiert auf dem Figurenfries des Antoninus und Faustina-Tempels im Forum. Provenienz: Fabrizi Apolloni, Rom. Beidino Franzin, Mailand um 1973. Colnaghi, New York 1983. Literatur: Ferdinando Arisi, Gian Paolo Panini e i fasti della Roma del ’700, Rom 1986, S. 335, Katalognr. 208, hier abgebildet. Ausstellungen: Palazzo Strozzi, Florenz, Biennale Mostra Mercato Internazionale Dell‘Antiquariato 15.09.-14.10.1973. (1161421) (11) € 90.000 - € 120.000 INFO | BIETEN BID 1161421 1161421 All texts can be translated into your own language on our homepage via Google: www.hampel-auctions.com 93

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