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840 LOMBARDISCHER MALER

840 LOMBARDISCHER MALER DES 15. JAHRHUNDERTS PAULUS HEILT EINE KRANKE Öl auf Holz. 50 x 60 cm. Ungerahmt. Die Darstellung bezieht sich auf eine Wunderheilung, die in der Apostelgeschichte 19,11-12 zu finden ist. Im Vordergrund eine Frau in weißem Gewand, die sich aus einer Bahre aufgerichtet und die Hände sorgsam zusammengefaltet hat. Sie blickt den neben ihr stehenden Mann dankend an, der jedoch auf den hinter ihm stehenden Apostel Petrus in rotem Gewand und grünem Umhang verweist, mit einem Nimbus um sein Haupt, ein Buch in seiner linken Hand haltend und die Hände zum Segensgestus erhoben hat. Laut der Apostelgeschichte konnte Gott Wunder durch die Hände des Paulus wirken, sodass Krankheiten von ihnen wichen und die bösen Geister ausfuhren. Jeweils an den Seiten rechts und links wohnen zahlreiche Männer diesem Ereignis bei, teils ungläubig und diskutierend. Im Hintergrund die dicht aneinanderstehenden Häuser einer Stadt und kleinere Staffagefiguren. Malerei mit der Darstellung eines eher seltenen Motivs aus der Apostelgeschichte. Oberer und unterer Teil wohl angesetzt, teils Holzrisse und Ab splitterungen, teils Fleckchen. (1330745) (18) € 6.000 - € 8.000 Sistrix INFO | BID 841 AGOSTINO CARRACCI, 1557 BOLOGNA – 1602 PARMA, ZUG. DIE LETZTE KOMMUNION DES HEILIGEN HIERONYMUS Öl auf Holz. Teilparkettiert. 43,5 x 33 cm. In einem figurenreichen Innenraum, rechtsseitig am Boden kniend, der alte Hieronymus, lediglich mit einem roten Tuch bekleidet, das von seiner rechten Schulter herabhängt und über seine Hüfte hinweg weitergeführt wird. Er hat ein fahles Inkarnat, die Hände über den Brustbereich gelegt, trägt einen Bart und hat die Augen voller Andacht geschlossen. Vor ihm stehend ein Priester im Ornat, begleitet von einem jüngeren Messdiener, der dem Kirchenvater die letzte Kommunion erteilen möchte. Hinter Hieronymus stehend zahlreiche Figuren, die auf ihn niederschauen, ebenso hinter dem Priester, davon einer am Boden in Ordenstracht, sowie ein weiterer stehender Mann, die nach oben schauen zu zwei fliegenden Engeln, von denen einer auf das kommende Entschweben der Seele in den Himmel hinweisen könnte. In der Mitte des Hintergrunds ein rötlich angedeuteter Rundbogen, der auf einen Ein- und Ausgang hinweist. Qualitätvolle Malerei, bei der es sich wohl um einen Bozzetto für das gleichnamige Gemälde des Künstlers von 1591 handeln könnte, das sich in der Pinacoteca Nazionale von Bologna befindet. Kleine Rest. (1330734) (18) € 3.500 - € 4.500 Sistrix INFO | BID 34 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.

842 CHARLES LEBRUN, 1619 PARIS – 1690 EBENDA, SCHULE / UMKREIS HOCHZEITSSZENE, UM 1660 Öl auf Leinwand. 73 x 103 cm In profiliertem Rahmen. Beigegeben ein Gutachten von Jörg Michael Henneberg, München, 8. August 2022. Wir danken Herrn Henneberg für die Bearbeitung der folgenden Beschreibung. Wie kein Zweiter hat Charles Lebrun den gesamten Stil des Louis XIV geprägt. Von ihm stammten neben seinen vielen Gemälden, die die Regierung Louis XIV verherrlichten, auch Entwürfe für Gobelins und selbst für die Intarsien kostbarer Möbel. Das vorliegende Gemälde zeigt fünf Figuren, darunter eine unbekleidete Frau, in einem Raum. Im Hintergrund sind die Säulen einer antiken Palastarchitektur zu erkennen. Das Ganze gleicht in der gesamten Komposition einer Theaterszene, was sehr charakteristisch für Lebrun und seine Schule ist, war er doch auch für die Bühnenbilder und sämtliche Dekorationen der königlichen Opern, Theater und Ballettaufführungen zuständig. Charles Lebrun, hielt sich von 1642 bis 1646 in Rom auf, wo er die Antiken, Raffael und die Caraccis sowie Guido Reni studierte. In Rom traf er auch auf Poussin, der damals als der bedeutendste französische Maler galt und hoch in der königlichen Gunst stand. 1642 kehrte Nicolas Poussin endgültig nach Rom zurück und dessen Neoklassizismus ist auch für Charles Lebrun und seinen Kreis überaus richtungsweisend gewesen! Dies wird bei dem vorliegenden Gemälde besonders durch die Säulenarchitektur augenfällig, die direkt auf Poussin verweist. Das Thema des Gemäldes ist vermutlich die Vorbereitung zu einer mehr oder minder öffentlichen Brautnacht, wie diese am französischen Hof noch bis zur Heirat der Königin Marie Antoinette 1770 üblich war. Diese Brautnacht wird hier zur antiken Szene. Lediglich die langen Haare des die Frau begehrenden Mannes stellen einen Bezug zum 17. Jahrhundert her. Da eine physiognomische Ähnlichkeit mit Louis XIV nicht gegeben ist, könnte es sich um einen Angehörigen der königlichen Familie oder aber um einen hochrangigen Adeligen handeln. Ab 1660 schuf Charles Lebrun seinen Alexanderzyklus, der das Wirken Louis XIV. im Wirken des makedonischen Königs Alexander des Großen spiegelte und damit Louis XIV. als Neuen Alexander feierte. In diesen „antiken“ Zusammenhang gehört auch das vorliegende Gemälde, das ein bedeutendes Werk der klassizistischen Malerei unter Louis XIV ist und dabei für die Rezeption der Antike in der Zeit des Barock sehr aufschlussreich ist. Auch die glatte Malweise und die statuenhafte Ruhe der Personen macht dieses Gemälde zu einem wichtigen Werk des Neoklassizismus unter Louis XIV, der in vielem eine Grundlage für das klassizistische Werk eines Jacques Louis David bot, über ein Jahrhundert später. Literatur: Vgl. Hans-Joachim Zimmermann, Der Triumph der Akademie. Eine allegorische Komposition von Charles Le Brun, Heidelberg 1988. Vgl. Fabian Stein, Charles Le Brun, Worms 1985. Vgl. Pierre Marcel, Charles Le Brun, Paris um 1910. (1330712) (13) € 8.000 - € 10.000 Sistrix INFO | BID Translate all texts into your preferred language on our homepage via Google: www.hampel-auctions.com 35

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