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Furniture & Interior

43 BEDEUTENDE UND

43 BEDEUTENDE UND AUSSERGEWÖHNLICHE STANDUHR DES 18. JAHRHUNDERTS Höhe: 220 cm. Breite: 85 cm. Tiefe: 39 cm. Die Uhr gestempelt „E. J. Cuvellier“ (tätig zwischen 1745 und 1775). Paris, zwischen 1727 und 1740. Der furnierte Aufbau Charles Cressent (1685 - 1768) zu zuschreiben, nach einem Modell von Just-Auréle Meissonnier (1695 - 1750), Schlagstempel E. J. Cuvellier (tätig 1745 bis 1775), signiert „J. P. Du Commun à Paris“, „Lespine h.ger Du Roy“ Der höchst elegante Aufbau vierteilig, Palisander-furniert auf Eichenkorpus, reich besetzt mit vergoldeten Bronzen. Der Pendelkasten als Mittelteil in Form einer Lyra, frontverglast, mit darüber hochziehenden sieben Saiten in Form schlanker Stäbe, davor die vergoldete Büste Louis XIV als Imperator. Die Wangen des Pendelkastens besetzt mit aus Voluten seitlich hochziehendem Blattwerk. An den Seiten Applikationen in Form von Musik- und Wissenschaftsemblemen an Schleifen. Darunter zweiteiliger Sockel, dessen breiter ausladender Unterteil auf akanthusblattförmigen Füßen steht, die Zargen mit C-Bögen besetzt; darüber schlanker, einziehender Sockelaufsatz mit abgeschrägten, applizierten Ecken, die eine Mittelnische flankieren. Darin männliches, langohriges Maskaron mit darüber radial ausfächernder Barockpalmette. Der Uhrwerkkasten über nochmals leicht eingezogenem Zwischensockel. Das Ziffernblatt mit vergoldeter, rundziehender Einfassung, besetzt mit weißen Emailkartuschen mit römischen Stunden und arabischen Minuten in Blauemail. Das Zentrum dekorativ reliefiert und ziseliert, die vergoldeten Zeiger durchbrochen gearbeitet. Bekrönung durch eine vollplastisch gegossene und ebenfalls feuervergoldete Figurengruppe mit der Jagdgöttin Diana, mit Hund und Bogen, die sich zu einem Putto mit Jagdhorn herabneigt. Beidseitig davon herabziehende Blattwerk, das den Uhrenkasten umspielt. Es versteht sich, dass ein gestalterisch und künstlerisch derart qualitätvoller Aufbau nicht ohne Vorbilder und weitere formverwandte Beispiele geschaffen wurde. So gilt als das erste, gut dokumentierte Modell, die bereits 1753 aus dem Besitz von Charles de Coypel veräußerte Standuhr mit demselben Aufbau, allerdings variierender Figurenbekrönung, die sich heute in der Sammlung der AXA-Hotelgruppe befindet (Hótel de la Vaupaliére, Paris), bezeichnet „en lyre“, mit einem Werk von Claude Martinot und dem Gehäuse von „Monsieur Meissonier“. Eine weitere Standuhr dieser Gestaltung, vom Meissonier-Modell inspiriert und gestempelt von Duhamel, wurde 1931 bei Christie´s in London verauktioniert. Überdies entspricht die hier vorgestellte Standuhr sowohl dem Vorbild entsprechend einem Kupferstich des 18. Jahrhunderts (Bibliothek Ensba, 22620), als auch den wenigen bekannt gewordenen Objekten nach Entwurf von Meissonnier. Während das „Coypel“-Mo dell als Bekrönung eine Amorfigur, das Modell bei Christie´s 1931 eine „Amor und Psyche“ Gruppe aufweisen, ist das hier vorstehende Modell mit dem Jagdthema der Diana besetzt, was auf eine bestimmte Raum aufstellung eines Palais hinweisen mag. Was die Louis XIV-Büste auf dem Lyra-Kasten betrifft, so sei erwähnt, dass bereits 1749 gelegentlich einer Verkaufspräsentation von Werken des Cressent unter Nr. 11 eine „buste de bronze représentant un portrait de Louis XIV“ genannt wurde. Das Werk zeigt auf der Messing-Rückplatine die o.g. Signatur. Gefertigt im Werkstil von Neuchátel. Genauere Daten bislang nicht bekannt. Das Gangwerk mit Re petition ausgestattet, Schlossscheibenschlagwerk für Viertel-, Halb- und Stundenschlag auf drei Glocken. Provenienz: Guy Martin, Jr. Aus Erbschaft de Jason „Jay“ Gould (1836-1892). George Jay Gould I. (1864-1923) und Edih M. Kingdon (1864-1021). Sr. Kingdon Gould (1887-1945) und Annunziata Camilla Maria Lucci, Eltern von: Edithz Kingdon Gould (1920-2004) Gattin von Guy Martin. (1210472) (11) 58 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 5.000 additional images.

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