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GIOVANNI BATTISTA

GIOVANNI BATTISTA CALLEGARI 1785 – 1855 PORTRAIT MARIE LOUISE VON ÖSTERREICH, HERZOGIN VON PARMA Um 1820 96 GIOVANNI BATTISTA CALLEGARI, 1785 PARMA – 1855 PORTRAIT DER MARIE-LOUISE VON ÖSTERREICH, UM 1820 Öl auf Leinwand. Doubliert. 162 x 106 cm. In vergoldetem Prunkrahmen. Das um 1820 entstandene Portrait zeigt die mit Napoleon I verheiratete Marie-Louise auf einem goldenen Thronsessel vor und unterhalb eines roten schweren Vorhangs mit Goldbordüre und goldener hängender Quaste. Sie trägt ein helles langes Kleid, das mit Goldfäden reich bestickt ist und einen weißen Spitzenkragen sowie einen silbernen Gürtel hat. Schräg über ihre Brust trägt sie ein himmelblaues Ordensband aus Seide, an dessen unterem Ende der Konstantinorden (Konstantinischer St.-Georgs-Orden), mit Kreuz und Stern, Goldkrone und Darstellung des Heiligen Georgs hängt, der Ritterorden, der unter ihrem Protektorat stand. Die Dekoration ist ein rot emailliertes konstantinisches Lilienkreuz mit goldener Einfassung. Aufgelegt ist mittig in Gold ein großes Christusmonogramm X und P und an seinen Enden die Buchstaben I.H.S.V. Diese stehen für die Ordensdevise „in hoc signo vinces“ (lateinisch; unter diesem Zeichen wirst du siegen). Auf der rechten Seite wird ihr Untergewand zudem von einem Hermelinpelz bedeckt. Sie trägt weiße kurze Handschuhe und hält in ihrer rechten Hand einen gebundenen Lorbeerkranz. Auf ihren sorgsam frisierten, lockigen braunen Haaren ist ein wertvolles Diadem mit Diamanten und einem geschwungenen Palmettenmotiv eingearbeitet, hinzu kommt ein Paar wertvoller lange Ohrringe. Die Halskette mit Diamanten wurde ihr zur Geburt des Thronfolgers von Napoleon geschenkt. Es wurde von Nitot hergestellt und ging nach dem Tod von Marie-Louise an die Erzherzogin Sophie, die Mutter des späteren Kaisers Franz-Joseph von Österreich und blieb bis 1948 im Besitz der Nachkommen. Die Dargestellte hat ihren Kopf zur linken Seite gewandt und schaut mit ihren blauen Augen voller Interesse aus dem Bild heraus. Zu dem Zeitpunkt der Darstellung war sie nicht mehr Kaiserin, sondern Gräfin von Parma, Piacenza und Guastalla. Obwohl sie sich bereits entschieden hatte, Napoleon auf der Insel Elba nicht mehr zu besuchen, hält die ehemalige Herrscherin immer noch einen Lorbeerkranz in der Hand und trägt ein Diadem mit Palmette und Sternen, die an das damalige Reich ihres Mannes erinnern. Retuschen. Anmerkung: Marie-Louise von Österreich (1791 Wien-1847 Parma), später (seit 1817) auch Maria Luigia D‘Asburgo-Lorena, Duchessa di Parma, Piacenza e Guastalla war die Tochter von Franz II/I und seiner zweiten Ehefrau Maria Theresia von Neapel-Sizilien. 1810 wurde sie mit dem französischen Kaiser Napoleon verheiratet. Aus dieser Verbindung ging 1811 der ersehnte Thronfolger hervor: Napoléon Charles Joseph Bonaparte, genannt Napoleon II. Nach der Abdankung Napoleons 1814 floh sie mit ihrem Sohn nach Wien und gelangte nach Schönbrunn. Auf dem Wiener Kongress 1814/15 wurden ihr die Herzogtümer Parma und Piacenza sowie Guastalla zugesprochen. Ihre Interessen wurden dabei vom Grafen Adam Albert von Neipperg (1775-1829) vertreten, mit dem sie dann in Parma zusammenlebte und mehrere Kinder hatte. 1834 heiratete sie den Grafen Charles-René de Bombelles. Im Dezember 1847 verstarb sie in Parma an einer Brustfellentzündung. Literatur: Parma 1816 dal ministro Magawly alla duchessa Maria Luigia, a cura di Francesca Sandrini, testi di Francesca Sandrini, Mariachiara Bianchi. Museo Glauco Lombardi. Quaderni del Museo n. 16, S. 48 inkl. Abb. des Gemäldes. Christophe Vachandez, Stéphane Bern, Chaumet en Mejesté: Joyaux de souveraines depuis 1780, Paris 2019, S. 146, Nr. 55. (12409230) (2) (18) 150 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6,500 additional images.

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