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1 year ago

Collection Majolica

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  • Maiolica

521 Paar große, seltene

521 Paar große, seltene Majolika-Schalen, wohl aus der Werkstatt der Patanazzi Höhe: 22,3 cm. Breite: 50 cm. Tiefe: 46,5 cm. Urbino, 16. Jahrhundert. Auf einem hohen Fuß geformt aus drei Löwen tat - zen mit eingestellten Voluten steht die tief gemuldete Dreipass-Schale. Die Lippe wölbt sich leicht nach außen. In den Zwickeln des Dreipasses sind Satyrköpfe und Blattmasken vollplastisch model - liert, die in Henkel auslaufen. Eine Schale zeigt ei - ne zeitgenössische Fischer-Szene in einem Fluss, vorne mittig lagert der Flussgott begleitet von einem Löwen. Seitlich begrenzen die Mauern einer Stadt das Flussbett, das im Hintergrund zusätzlich über eine kleine Staumauer läuft. Die andere Schale zeigt Moses, der Wasser aus dem Stein schlägt. Mose wendet sich mit leichtem Schritt zum Stein und schlägt mit einem langen Stab dagegen. Ihm zur Seite stehen zwei weitere Männer in antikischem Gewand, einer davon ist der Erzäh - lung nach Aaron. Zu beiden Seiten der Quelle und des kleinen Flusses sind Figuren gruppiert, die Wasser in Schalen auffangen oder direkt aus dem Fluss trinken. Rechts werden zwei Kamele geträn - kt, vor ihnen trinkt ein Knabe aus einer Schale, angewiesen von seiner Mutter, die vor ihm kniet. Von oben erhält Moses Weisung von Gott, der in den aufreißenden Wolkenbänken dargestellt ist. Im Mittel- und Hintergrund ist die Zeltstadt zu sehen, in der das Volk lebt, dahinter eine bergige Landschaft mit Bäumen. Die äußere Wandung zieren auf den stark gebauchten Flächen anmutige Stadtansich - ten sowie Landschaften am Meer. Bemalung in Blau, Gelb, Ocker, Mangan, Grün, Braun, Schwarz und Weiß. Glasurabplatzungen an den Kanten. Bruchrest. Anmerkung I: Die literarische Grundlage für die Darstellung des Moses, der Wasser aus dem Stein schlägt, liefert das Alte Testament, 4. Buch Mose 20. Anmerkung II: Die Darstellung der Fischer mit Flussgott ist eine Kombination aus zwei Stichen von Philips Galle aus dem Jahr 1578, die sich im Rijksprenten kabi - net, Amsterdam, befinden. Einer der Stiche wurde vollständig verwendet, dem anderen wurden nur zwei Figuren entlehnt, um die Darstellung an das Bildformat anzupassen. Eine sehr verwandte Er - frischungsschale aus Venedig aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zeigt ebenfalls Fischer nach einem Stich von Galle und befindet sich in Sèvres, vgl. Jeanne Giacomotti, "Catalogue des majoli - ques des musées nationaux", Paris, 1974, S. 449f, Abb. 1336. Anmerkung III: Gefäße dieser Form auch im Nationalmuseum in Florenz. Diese stammen aus einem großen Ser vice, das für den Herzog von Urbino gefertigt wurde, zwei weitere im Museo Civico in Bologna sowie einer in der Wallace Collection in London und zwei in der Sammlung der Princeton Uni - versi ty und Exemplare im Metropolitan Museum, eines im Fitzwilliam Museum in Cambridge. Literatur: Eine Schale von gleicher Form wohl aus der Manu faktur der Fontana in Urbino um 1570, vgl. Jeanne Giacomotti, "Catalogue des majoliques des musées nationaux", Paris, 1974, S. 339, Abb. 1034, 1035. Ein großes, rundes Becken aus der Patanazzi- Werkstatt, das in vergleichbar anmutiger Weise die Geschichte von Moses zeigt, wie er das Was - ser aus dem Stein schlägt, befindet sich im Museo Civico in Pesaro, vgl. Katalog "Maioliche del Mu seo Civico di Pesaro", Pesaro, 1979, Nr. 2. Eine besonders deutliche Parallele liefert u. a. der mit dem Kopf in Richtung Betrachter gebeugte Mann, der direkt aus dem kleinen Fluss trinkt. Ein großer Weinkühler aus der Werkstatt des Fran - cesco Durantino im Victoria and Albert Museum zeigt auf der Außenwand eine sehr verwandte Darstellung von Moses, der Wasser aus dem Stein schlägt, vgl. Elisa P. Sani, "Italian Renaissan ce Maiolica", V & A, London, 2012, S. 105. Es scheint, dass dem vorliegenden Gefäß und dem Wein - kühler der gleiche Druck zugrunde liegt. (930009) € 500.000 - € 700.000 Stich von Nicolas Chaperon, Moses schlägt Wasser aus dem Felsen, 1649. Beide Stiche von Philips Galle, Fischfang mit Netz und Fischfang mit Schleppnetz, 1578, Rijksprintenkabinet, Amsterdam. 50 For around 6,000 additional detailed images: www.hampel-auction.com

HAMPEL FINE ART AUCTIONS