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Kunstkammerobjekte

Spezialauktion Juni 2006 / Kuriositäten, Dekorative Objekte. Mineralien, Bronzen, Kostbarkeiten

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803 Bedeutende Muschelschnitzarbeit Ludwig Krug, 1488/90 Nürnberg – 1532 ebenda, um 1520, zug. Darstellung der Niederkunft des Hl. Geistes gefasst in eine vergoldete, achtpassige, rosettenverzierte Kartuschegetrieben, ziseliert. Monogramm Schauseite oben „L“, dazwischen ein Krug, rechts ein „K“. Ludwig Krug erwarb um 1522 das Meisterrecht in Nürnberg und nahm im Kreise Dürers, dessen Künstlertum in der Zeit vorbildhaft wirkte, eine bedeutende Stellung ein. Krug war als Goldschmied tätig, er gilt in der Kunstgeschichte neben Wenzel Jamnitzer als der wichtigste Vertreter dieser Zunft in seiner Zeit. Ferner betätigte er sich als Kleinbildhauer, Kupferstecher und Holzschneider. Arbeiten aus letztgenanntem Genre signierte er mit einem Krug zwischen den Buchstaben L und K. Sein Zeichen als Goldschmied ist nicht bekannt, jedoch tauchte diese in der Graphik verwendete Künstlersignatur beispielweise im Aschaffenburger Heilthum- Kodex von 1525 auf einem Pokal wieder auf (Vgl. Marc Rosenberg, Der Goldschmiede Merkzeichen, Frankfurt 1925, Bd. 3, S. 33, Nr. 3756). Seine graphischen Arbeiten zeigen stets eine enge Anlehnung an Dürer. Sie spielen aber auch für seine kleinplastischen Stücke ein große Rolle. Teilweise übernahm er Dürers zeichnerische Vorlagen, die er in Reliefs umsetzte, wie bei dem Deckel-Pokal, der sich bis 1922 im Besitz des Fürsten Lobkowitz auf Schloß Raudnitz befand. Max J. Friedländer wies 1913 nach, das die in Perlmutt geschnittenen Reliefs auf der Außerwand der Kuppa und des Deckels mit 11 Szenen aus dem Leben des Herkules fast wortwörtlich von Dürer-Zeichnungen aus dem Jahr 1511 übernommen wurden. Die Reliefs des Raudnitzer Pokals zeigen stilistische Parallelen mit der vorliegenden Muschelschnitzarbeit. Auch die hier dargestellte Niederkunft des Hl. Geistes geht auf Kompositionen Dürers zurück, die als Holzschnitte Gebetsbücher und Postillen illustrierten (Vgl. Albrecht Dürer, Woodcuts and Wood Blocks", hg. Walter Levy Strauss, New York, 1980, Seite 258, 73 nn, S. 247, 72 j). H. 11,5 cm, B. 10,5 cm Literatur: Vgl.: M. J. Friedländer, Ein Pokal in Raudnitz mit Reliefs nach Dürers Vorzeichnungen", in: Jahrbuch des Kunsthistorischen Instituts der K.K. Zentralkommission für Denkmalpflege, Bd. VII, Wien 1913, S. 170-173. Vgl. auch: Edmund Wilhelm Braun, Die Silberkammer eines Reichsfürsten (Das Lobkowitzs´che Inventar, Leipzig, 1923, S. 29, Fol. 243, Nr. 413). Vgl. auch: Deutsche Kleinplastik der Renaissance und des Barock, bearbeitet von Jörg Rasmussen, Hamburg: Museum für Kunst und Gewerbe, 1975, S. 19, Abb. 5. Vgl. Auch: Art del Medio Evo e del Rinascimento – Omaggio ai Carrand 1889-1989, Kat.Nrn. 54, 55. (6203599) € 12.000,- 804 Trinkschiffchen Auf ovalem, gebuckeltem und getriebenem Sockel mit Darstellung von Delfinen in Meereswellen. Der Schaft mit Drachenmotiven, die nach oben in Drachenköpfe auslaufen. Das Schiffchen mit feinem, graviertem Dekorband. Unterhalb der Lippe am Heck des Schiffes eine S-förmige Applikation. Auf Achtern des Schiffes drei Seeleute mit Speeren und ein Hund. Die Takelage aus Silberdraht, das aufgeblähte Segel aus poliertem Silber. Darüber der Ausguck sowie die Fahne. Silber teilvergoldet. Das Schiff trägt die Nürnberger Marke seitlich an der Lippe. H.: 40,5 cm. (620358) € 18.000,- 55

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